Szene - Jugend - Training - Medizin - Tipps - Reisen - Termine - Ranking





Tennisvereine wiederbeleben - Teil I

Die Tennisvereine klagen über sinkende Mitgliederzahlen. Auf den Anlagen kann man quer über drei Plätze spielen, ohne jemanden zu stören. Die Kassen in den Vereinen sind leer. Und mancher Vorstand überlegt, ob er überhaupt alle Plätze herrichten lassen soll. Was kann man dagegen tun? Ute Strakerjahn und Judith Sprenger geben Anregungen

Voraussetzung ist: Der Trainer sollte nicht nur Fachwissen vorweisen können, sondern muss sich auch für die Vereinsbelange und die Mitglieder-Interessen einsetzen. Ausstrahlung sollte er besitzen und in der Lage sein, Menschen anzusprechen, zu begeistern und zu motivieren.

Der Vorstand hingegen sollte neuen Ideen gegenüber sehr offen sein. Er sollte nach finanziellen Möglichkeiten suchen, um Aktionen zur Mitgliedergewinnung verwirklichen zu können. Außerdem sollte er eng mit dem Trainer und interessierten Mitgliedern zusammenarbeiten.

Im Vorfeld ist es wichtig, eine Soll-Ist-Analyse der Vereinsstruktur vorzunehmen. Die meisten Vereine haben wesentlich mehr Senioren als Kinder und Jugendliche. Diese sind aber die zahlenden Mitglieder von morgen. Somit ist es wichtig, sich um den Nachwuchs zu kümmern.

Folgende Fragen sollten nach der Analyse unter anderem beantwortet sein:

  • Wie viele Mitglieder hat der Verein?
  • Welcher Altersstruktur gehören diese an?
  • Wo soll angesetzt werden?
  • Welche Voraussetzungen sind im Club gegeben?
  • Was sind die speziellen Wünsche der Mitglieder?
  • Welche Sonderaktionen wünschen sie sich?
  • Ist jemand eventuell bereit, sich ganz speziell für eine Aktion einzusetzen?

Um diese Fragen zu beantworten, empfiehlt sich der Entwurf eines Fragebogens, der an alle Clubmitglieder verschickt werden sollte. Dadurch können Anregungen, Ideen und Kritik systematisch gesammelt und dann ausgewertet werden.

Aktions-Vorschläge

Generell ist es wichtig, dass zunächst Turniere, Trainingsangebote und Aktionen für alle Zielgruppen geplant werden. Im Folgenden werden einige Aktionen aufgeführt: Diese sind nicht unbedingt neu, aber bedürfen in den Vereinen zum Teil der neuen Belebung.

Mannschaften

Die Teilnahme an Team-Wettbewerben schafft eine starke Identifizierung mit dem Verein und eine gute Bindung an den Club. Aber nicht nur die erste Mannschaft und die Jugendlichen sollten sich formieren, sondern auch nicht so leistungsorientierte Spieler. Dies kann durch die Bereitstellung einer Trainingszeit auf der Anlage und durch die Trainerbetreuung erfolgen.

Im Kinder- und Jugendbereich sind Mannschaften wichtig. Denn die Kleinen freunden sich mit den anderen an und werden so früh an den Verein gebunden. Es ist ratsam, auch Kindermannschaften im Kleinfeld gegeneinander spielen zu lassen. In vielen Tenniskreisen gibt es bereits D-Mannschaften. Ist dies nicht der Fall, können zwei oder drei befreundete Vereine eine solche Runde selbst organisieren.

Jugendtraining

Alle Kinder und Jugendlichen im Verein sollten die Möglichkeit erhalten, am Jugendtraining teilzunehmen. Es ist wichtig, dass die Gruppen homogen zusammengesetzt werden. Gerade den Jüngeren macht es in größeren Gruppen mehr Spaß. Das stellt erhöhte Anforderungen an den Trainer. So bietet es sich an, weitere Helfer einzusetzen. Dies können zum Beispiel interessierte Jugendliche sein. Für Kinder unter sieben Jahren ist das Training im Kleinfeld sinnvoll. Der Club sollte über große, bunte Bälle, kleine Plastiktore, Kindernetze und Methodikbälle verfügen.

Engagierte Eltern sollten mindestens einmal im Jahr über den Fortschritt ihrer Zöglinge informiert werden, zum Beispiel an einem Elternabend.

Breitensport-Training

Eine sehr gute Chance für nicht leistungsorientierte Mitglieder ist ein offenes Breitensport-Training, das regelmäßig erfolgt. Das Training wird durch einen erfahrenen Trainer geleitet und steht jedesmal unter einem neuen Themenschwerpunkt. Es findet ein gemeinsames Aufwärm- und Einspielprogramm statt, hier gibt es Hinweise zum Thema und dann wird entsprechend trainiert ö bei großen Gruppen sollte eine Ballwand oder eine Ballmaschine mit einbezogen werden. Gegen Ende wird Doppel gespielt.

Ranglisten

Die Ranglisten bieten ehrgeizigen Spielern die Gelegenheit, sich fortwährend zu messen. Für Jugend- und Nachwuchsspieler sollte jederzeit eine Einstufung in die Rangliste ermöglicht werden. Gerade im Jugendbereich lässt sich durch attraktiv gestaltete Ranglisten-Systeme erreichen, dass diese ihre Freizeit auch außerhalb des Jugendtrainings auf der Tennisanlage verbringen. Clubleben entsteht.

Spielpartner-Vermittlung

Jedes neue Mitglied sucht nicht nur Anschluss an das Vereinsleben, sondern eventuell auch einen Spielpartner. Aber nicht nur Neumitglieder suchen. Hier ist der Trainer gefragt, denn er kann gezielt Partner vermitteln, da er alle Spieler genau kennt. Ein Aushang am Schwarzen Brett kann ebenfalls helfen.

Frühstückstennis

Morgens sind die Plätze in den Clubs meistens wenig belegt. Hier bietet sich zum Beispiel eine Doppelrunde an, die sich regelmäßig zum Tennis mit Frühstück trifft. Es sollte eine gemütliche Runde sein, mit wechselnden Spielpartnern, bei der man dennoch zwischendurch Zeit findet, sich beim Frühstück nett mit Gleichgesinnten zu unterhalten.

Senioren-Doppel

Gerade im Seniorenalter nimmt das Interesse am Doppel zu. Es sollte ein fester Doppel-Termin für diese Zielgruppe festgelegt werden. So wissen die Spieler, dass sie auch ohne Verabredung einen Partner finden können.

Schnupperkurse

Einsteigern sollten Schnupperkurse angeboten werden. Dieses kann durch einen kostenlosen Gutschein für ein Gruppentraining geschehen, der entweder an Interessierte vergeben wird oder jedes Neumitglied zum Eintritt in den Verein erhält. Vordrucke sind beim DTB erhältlich: den Schupperpass einfach bestellen.

Ferien- und Wochenendcamps

Gerade die großen Ferien eignen sich dazu hervorragend. Feriencamps für Kinder sollten drei bis sechs Tage dauern und auch andere sportliche Aktivitäten beinhalten. Besonderen Erlebniswert bietet ein Camp, wenn es ein oder mehrere Nächte als Zeltlager mit Nachtwanderung und Lagerfeuer einschließt.

Projektwochen

Fast alle Schulen veranstalten in regelmäßigen Abständen Projektwochen. So könnte der Trainer mit dem Sportlehrer Kontakt aufnehmen und zusammen mit diesem eine Rückschlagspiel-Woche organisieren? Im Werkunterricht bauen und bemalen die Schüler ihre Gobaschläger, die sie in der Turnhalle ausprobieren können. Und zum Abschluss werden die Schüler auf die Tennisanlage eingeladen.

Spieler des Jahres

Es sollte am Anfang der Saison ein Gremium gebildet werden, welches zum Saisonabschluss verschiedene Orden verleiht, wie zum Beispiel der meist verbesserte Spieler, der Dauerspieler, der beliebteste Doppelspieler. Die Spieler bekommen dann beim Clubfest den Preis überreicht.